MEIN VERSTÄNDNIS VON SUPERVISION

Supervision ist berufsbezogene Beratung, deren besondere Ausgestaltung im Austausch
zwischen Supervisanden, Auftraggebern und Beraterinnen (Supervisorinnen) jeweils neu
entworfen wird. Auf diese Weise entsteht für jedes spezifische Projekt die dazu passende
Form des Vorgehens, die im Beratungsprozess weiter entwickelt werden kann. Das relativiert
die Bedeutung festgelegter Standardorientierungen und erfordert kreative Ideen, die in einem
Erstgespräch gesammelt werden. – Häufige Settings sind: Einzelsupervision,
Teamsupervision und Großgruppensupervision (mehr als 20 Teilnehmende).

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WOZU SUPERVISION?

Supervision ist eine Form berufsbezogener Beratung, die in der Regel von externen Fachleuten durchgeführt wird. Sie bezieht sich auf Kommunikation und Kooperation im Zusammenhang beruflicher Arbeit. Sie findet zumeist in Organisationen statt und dient dort der Optimierung der Aufgabenerfüllung, ist also der primären Aufgabe der anfragenden Professionellen verpflichtet (z. B. der Krankenversorgung oder der sozialen Arbeit mit einer bestimmten Klientel). Supervision ist weder Selbsterfahrung noch Therapie, sondern nutzt die Selbstreflexion der Beteiligten im Interesse der Weiterentwicklung fachlicher Arbeit. Supervision verbindet Selbstreflexion mit Anteilen der Instruktion durch feldkompetente Supervisoren und hat daher einen mehr oder weniger hervorgehobenen Fortbildungscharakter. Erfolgreiche Supervision erhöht die Arbeitszufriedenheit der Pro- fessionellen, leistet einen Beitrag zu deren Psychohygiene und fördert die Qualität fachlicher Arbeit. Sie unterstützt Professionelle
bei der Bewältigung komplexer Anforderungen in der Arbeit. Da sie Rollen und Strukturen klärt und Kontextbedingungen einbezieht, berührt die sich vielfach mit Teamentwicklung und Organisationsbe-ratung. Gruppenanalytische und psychodynamische Supervisionen verzichten auf Rollenspiele und Aufstellungen, stattdessen wird lebendiger, spontaner Austausch über praxisrelevante, bewegende Themen gefördert. Die Ergebnisse werden - wenn nötig - auf dem Flipchart festgehalten.

 

UNTERSCHIEDLICHE SETTINGS VON SUPERVISION

Das Erstgespräch

Nach einer ersten Kontaktaufnahme am Telefon vereinbaren wir ein Erstgespräch, in dem Ihre Anliegen gesammelt und gemeinsam bewertet werden. Wir legen die Vorgehensweisen und das Setting der Supervision bzw. Beratung fest (Dauer der Sitzungen, Frequenz, Teilnehmende, Inhalte und Zielsetzungen, Befristung des Auftrages usw.) und wir klären die Kosten. Idealerweise sollten drei Parteien zusammenkommen: Die Supervisan- den, die Auftraggeber und der Supervisor (Dreiecks-kontrakt). So können unterschiedliche Wünsche, Interessenlagen und Erwartungen einbezogen werden. Nicht selten kommt der Kontakt zunächst entweder durch die Supervisanden, oder durch die Auftraggeber (Vorgesetzte, Kostenträger) zustande. Dann muss in einem weiteren Schritt sicher gestellt sein, dass die zunächst noch fehlende dritte Partei angemessen einbezogen wird.

 

Integrierte Fall- und Teamsupervision

Gruppenanalytische Supervision im Team findet in der Regel als integrierte Fall- und Teamsupervision statt. Sie erlaubt es, häufige Wechselwirkungen (Spiegelphänomene) zwischen Fall- und Teamdynamiken wahrzunehmen und zu verstehen, die bei starrer Trennung zweier „Programme“ leicht übersehen werden.

 

Teamsupervision

Teamsupervision ist noch immer die wohl häufigste Variante von Supervision. Dies meint die berufliche Beratung permanenter, kooperierender Arbeits-gruppen, wozu nach heutiger Auffassung auch unmittelbar Vorgesetzte zählen. Diese nehmen daher – von Ausnahmen abgesehen – an der Supervision teil. Sind Teammitglieder an der Teilnahme gehindert, sollten sie in angemessener Form über die Inhalte von Supervisionssitzungen informiert werden. Fehlen Teammitglieder oder Untergruppen wiederholt, muss geklärt werden, für was dies stehen könnte und ob die Fortsetzung der Supervision ohne sie Sinn machen kann. Teamsupervision hilft, Konflikte untereinander zu klären und die Kooperation im Team und mit dem Umfeld zu verbessern. Sie trägt zur besseren Aufgabenerfüllung bei und ist in zahlreichen Arbeitsfeldern ein aner- kannter Qualitätsstandard. - Auch für Leitungsteams (z. B. in Kliniken) werden Teamsupervisionen heute immer wichtiger und nachgefragter.

 

Balintgruppen

Balintgruppen sind extern geleitete Zusammentreffen von Vertretern einer Profession, die miteinander nicht institutionell kooperieren (z. B. niedergelassene Allgemeinmediziner). Heute finden die meisten Balint-gruppen in modifizierter Form statt, da sich hier Professionelle aus unterschiedlichen Berufsgruppen treffen, die in der gleichen Einrichtung arbeiten (z. B. die verschiedenen Fachtherapeuten einer klinischen Abteilung). Die Balintgruppe bearbeitet „Fälle“ oder „Szenen“, die berichtet und mit Hilfe der spontanen Einfälle aller Beteiligten reflektiert werden. Sie bezieht die Dimension des Unbewussten und die persön-lichen Beiträge der Mitwirkenden ein. Insofern fördert sie die Fähigkeit der Proifessionellen, sich persönlich reflektiert in fachliche Arbeit einzubringen. – In meiner Praxis kombiniere ich Balintgruppenarbeit nicht selten mit Fortbildungsbausteinen, die spezifisch auf die Bedürfnisse der anfragenden Organisation abgestimmt sind.

 

Bereichsübergreifende Großgruppensupervision

Die von mir praktizierte gruppenanalytische Supervision eignet sich zur Leitung von Gruppen, die zwanzig, dreißig oder auch mehr Teilnehmende haben. Dieses Setting ist besonders geeignet, die Organisations-entwicklung ganzer Abteilungen oder Einrichtungen zu begleiten. Die Großgruppe, an der alle Hierarchie-stufen teilnehmen, tauscht sich in möglichst spontanen Einfällen über verschiedene Aspekte aus, die sich aus der gemeinsamen Arbeit ergeben. Sowohl Belastendes und Kritisches, als auch Lob, Anerkennung und Freude an der Arbeit können thematisiert werden und erhalten so einen „Raum“.